Home
Kontakt
Vertretungsplan
Termine
Aktuelles
Wir über uns
Schulsozialarbeit
Ganztag
Schulleben
Unterricht
Archiv alte Homepage
Aktuelles
Berufswahl (BEO)
Förderverein
Links
Impressum
Termine
Mensa und NW
Kontakt
Elternseiten
Informationen
Links für Eltern
Wissenswertes
Archiv
Schulprogramm
Schülerseite
Unterricht
Intern
Ganztag
Schulleben
Impressum

Auf diesen Seiten wollen wir Ihnen das Angebot machen, sich über wissenschaftliche Ergebnisse innerhalb der Pädagogik zu informieren.

 

 



 

Gewaltverhalten wird durch Medienkonsum und Modelle gelernt

"Es gibt eine Fülle empirischer Untersuchungen, die belegen, dass es da einen sehr direkten Zusammenhang gibt. Es gibt eine prospektive Untersuchung an über 800 amerikanischen Jugendlichen, die zeigt zum Beispiel, dass die Menge an 'Gewalt-Fernsehen', die ein achtjähriger Junge sieht, vorhersagbar macht, ob er mit dreißig im Gefängnis sitzt oder nicht. Wir wissen inzwischen, dass sowohl fremd- als auch autoaggressive Akte durch entsprechende Medien vermittelt und gelernt werden. Es ist schrecklich, was da über die Kanäle flimmert. Wenn ein Amerikaner 18 ist, hat er im Schnitt 13.000 Stunden in der Schule verbracht, 25.000 Stunden vor dem Fernsehen. Er hat dann ca. 32.000 Morde gesehen, bei Kabelanschluss mehr. Und wenn man dann noch weiß, dass nur bei vier Prozent der Gewaltakte im Fernsehen alternative, gewaltfreie Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, dass in siebzig Prozent der entsprechenden Fernsehsendungen der Täter ungestraft davon kommt, dann darf man sich doch nicht wundern, dass dies alles ganz deutliche Auswirkungen auf das Denken und Verhalten von Kindern und Jugendlichen hat. Auch das sind Modelle und Mustererkennungen, leider eben ganz schreckliche."

M. Spitzer, Wie unser Gehirn lernt, in: Forum Schule 01/01, S. 14 f.

 















































































l












In seinem neuen Buch "Lernen - Gehirnforschung und die Schule des Lebens" stellte Prof. Dr.Dr. Manfred Spitzer erneut Erkenntnisse aus der Neurobiologie vor. Konkreter als in "Geist im Netz" geht er hierbei auf die Bedeutung für Lern- und Erziehungsprozesse ein. In dem Kapitel "Lernen vor und nach der Geburt" geht er auch auf die Frage ein, ob ein Computer in Kinderzimmer gehört ein:

"Im Laufe etwa der ersten drei Lebensjahre lernt das Kind sehr viele sehr grundlegende Dinge. Hierzu gehört nicht nur das ganz offensichtliche Lernen von Laufen und Sprechen, sondern auch weniger offensichtliche Dinge wie die Wärme und Verlässlichkeit der Mutter, die Knstanz der Objekte, die Invarianz von bestimmten Größen, die Möglichkeit des Manipulierens von Objekten und von anderen Menschen und des Sich-Verschaffens von Lust und Unlust ... Die Voraussetzung dafür, dass dies geschehen kann, ist die Möglichkeit, mit der Welt in Wechselwirkung zu treten." (S.224/225)

Durch diese Wechselwirkung entstehen innere Repräsentationen der Wirklichkeit. Kinder müssen sich bewegen, riechen, schmecken, Dinge anfassen (begreifen), Distanzen im Raum, Gewicht der Objekte und andere sinnliche Qualitäten erfahren, um eine Vorstellung von der Welt zu erlangen. Nicht zuletzt brauchen sie reale soziale Kontakte.

"Wenn ich diese innere Repräsentation nicht habe, kann ich auch die buntesten Bilder und die schrillsten Töne aus dem Computer gar nicht verstehen. Die bereits stattgehabte Wechselwirkung mit der Realität ist also Voraussetzung dafür, dass ich mit der virtuellen Realität des Computers auch nur im Ansatz umgehen kann. Aus dem folgt meiner Ansicht nach sehr klar: Computer haben im Kinderzimmer, in Kindergärten und in der Vorschule absolut nichts zu suchen. Auch in der Schule ist deren Einsatz wesentlich kritischer zu beurteilen, als dies in der gegenwärtigen Trichter-Euphorie der Fall ist."






















Mehr dazu in: Manfred Spitzer, 2002,
Lernen - Gehirnforschung und die Schule des Lebens,
Spektrum, S.223-226

 


Lernen im Schlaf








Man sollte sich nicht schlafen legen,
ohne sagen zu können, dass man
an dem Tag etwas gelernt hat.

Georg Christoph Lichtenberg

 

Hier irrte Lichtenberg, denn wir lernen im Schlaf.

 

Sollten Sie schon vorsorglich ein dickes Buch unter Ihr Kopfkissen gelegt haben, holen Sie es bitte wieder hervor. Bevor Sie seinen Inhalt im Schlaf lernen, müssen Sie es lesen. 

Sollten Sie gerade das Buch von Manfred Spitzer "Geist im Netz - Modelle für Lernen, Denken und Handeln" (2001, Spektrum) vor sich liegen haben, werden Sie besonders viel lernen.

Anders als bisher angenommen spielt der Hippocampus, eine kleine nussförmige Region des menschlichen Gehirns, eine wesentliche Rolle beim Lernen. Hier werden im Laufe des Tages alle Informationen kurzfristig gespeichert. Im Schlaf werden die gespeicherten Daten verschoben und zugeordnet.

Diejenigen neuronalen Assoziationen, die in der Wachphase gebildet worden sind, werden im Hippocampus erneut aktiviert. Hierbei arbeitet der Hippocampus eng mit dem Kortex zusammen, wo alle Eindrücke und Informationen längerfristig gespeichert werden. Anders als der Hippocampus lernt der Kortex sehr langsam. Wiederholungen sind notwendig, um Inputmuster gefestigt in eine Struktur einzuordnen, d.h. Fähigkeiten oder Wissen zu erwerben. Der Hippocampus wiederholt immer wieder die Muster, die der Kortex speichern muss.

Während der Hippocampus nur eine begrenzte Aufnahmekapazität hat, ist die des Kortex sehr groß. Es ist daher notwendig, dass die aufgenommenen Informationen so schnell wie möglich vom Hippocampus in den Kortex gelangen.

Diese Verschiebearbeit findet in der Tiefschlafphase statt. Das Ordnen, Sortieren und Strukturieren im Kortex erfolgt dann in der REM-Phase (Rapid-Eye-Movement Phase). Beide Phasen wechseln sich in einer Nacht mehrmals ab, um alle Daten zu erfassen. In der REM-Phase werden nicht nur die Bilder der letzten Tage verarbeitet, sondern auch die, die schon Tage, Wochen oder gar Jahre zurückliegen, da neue Gedächtnisinhalte nur langsam verankert werden. Traumbilder sind die wahrnehmbaren Resultate dieses Strukturierungsvorganges. Die Verankerungen sind auch nicht endgültig. Wenn neue Inhalte hinzukommen, werden bestehende Strukturen verändert oder umorganisiert. So entstehen ständig neue Vernetzungen.

Zu wenig Schlaf oder gestörter Schlaf verhindert Lernen. Alkohol, Kaffee oder Tee oder Schlafmittel oder andere Medikamente verhindern einen lernaktiven Schlaf.

 








 



Konsequenzen für Lernen

  • Häufige und kurze Übungsphasen sind besser als kurze lange
  • Es muss ausreichend Schlaf gewährleistet sein
  • Schlafen nach dem Lernen erhöht die Behaltenswahrscheinlichkeit

Quelle:

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/schulberatung/main/medio/banlass/lernen/ba_lern_denk_schlaf.html

Hauptschule Hörde | hoerde-hauptschule@stadtdo.de